Der »Friedhof für Hunde und andere Haustiere« (»Cimetière des chiens et autres animaux domestiques«): Einer der ältesten Tierfriedhöfe der Welt

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Der älteste Tierfriedhof in Paris, im Volksmund kurz »der Hundefriedhof«

…liegt nur eine Métro-Station nördlich des inneren Stadtgürtels und zählt zu den ältesten Tierfriedhöfen auf der Welt.

Um die Jahrhundertwende, 1899 eröffnet, spiegelt er die sich stetig verbessernden Lebensbedingungen für Haustiere im 19. Jahrhundert wider.

Mit der Eröffnung des Tierfriedhofs wurde erstmals auch für tote Haustiere Sorge getragen.

Trotz seiner Beliebtheit, kämpfte der Friedhof fortwährend um sein Fortbestehen. Eine einmonatige Notschließung im September 1987 bewegte die Gemüter stark und mündete in einer Rettungsaktion und den Denkmalstatus.

Heute zählt der Friedhof offiziell 869 laufende Verträge mit Kunden aus ganz Frankreich und einigen wenigen im Ausland. Insbesondere die sterblichen Überreste von Hunden und Katzen liegen hier begraben, aber auch Pferde, Vögel, Hasen und ein Affe bevölkern die Nekropole.

Cimetière des Chiens

Barry (um 1800-1814): Bergrettungshund für Lawinenopfer

Das prominenteste Erinnerungszeichen im Eingangsbereich ist dem Bergrettungshund Barry (um 1800-1814) gewidmet.

Um Barrys bewegtes Leben ranken sich verschiedene Legenden: der Inschrift nach, hat er als Rettungshund am Grossen-Sankt-Bernhard-Pass (eine Art Dreiländereck, das auf nicht ganz 2.500 m Höhe die drei Regionen Aostatal, Piemont und den Schweizer Kanton Wallis verbindet) 40 Menschen das Leben gerettet und verstarb selbst an den Folgen der 41. Rettungsaktion.

Die Bewirtschaftung des Grossen-Sankt-Bernhard-Passes begann im

12. Jahrhundert mit einem Haus und einem Spital. Hier wurde auch die Bernhardiner-Hunderasse als Rettungshunde gezüchtet und ausgebildet, und bei der Rettung von Lawinen-Opfern eingesetzt. Barry soll maßgeblich zum Bekanntheitsgrad seiner Rasse als Bergrettungshund für in »Schneenot« geratene Menschen beigetragen haben.

Gribouille: Pferd der Friedhofsgründerin Marguerite Durand

Während auf dem »Friedhof für Hunde und andere Haustiere« einige der Erinnerungszeichen prominenten Haustieren gewidmet sind, stehen hinter anderen Grabzeichen ein prominenter Tierbesitzer:

Gribouille verstarb 35-jährig als Pferd der Mitgründerin des Friedhofs, Marguerite Durand. Gribouille diente D. 25 Jahre lang: »Weine, wie man einen treuen Diener und Freund beweinen muss«.

Cimetière des Chiens
Cimetière des Chiens

Der Hund MOUSTACHE (verstorben im März 1811 in Spanien): Laut Inschrift, Held der franz. Armee unter Kaiser Napoleon I. (1769-1821)

AU CHIEN MOUSTACHE HEROS DE LA GRAND ARMÉE TUÉ EN ESPAGNE LE 11.3.1811

AMI DU PATRIMOINE NAPOLÉONIEN 2006

Moustache, Maskottchen der Grande Armée (1799-1811) wurde als Begleiter der Veteranen für sein ebenso friedvolles wie besonderen Mut und Tapferkeit beweisendes Wesen gefeiert.

Als er Napoleon I. präsentiert wurde, soll er ihm mit militärischen Gruß Referenz erwiesen haben – durch Heben einer Pfote auf Ohrhöhe…

Im März 2006 wurde die Erinnerungsstele an Moustache auf dem »Hundefriedhof« von Asnières als neuestes offizielles Grabzeichen enthüllt.

RIN TIN TIN (geb. im Sommer 1918): Der große Filmstar

Rintintin ist der erste Hund in einer langen Ahnenreihe von Filmstars. Hollywood macht Rintintin zum Lieblingshund der Amerikaner. Nach seinem Tod wird er in sein Geburtsland überführt und in französischer Erde begraben.

Cimetière des Chiens

Bébé (1985-2000): »Du, unser Hund, menschlicher als jeder Mensch, ….«

Über ein stetig wiederkehrendes Thema, das so überwältigend häufig aufgegriffen wird, um eine Mensch-Tier Beziehung abzubilden: Aufgrund seiner Häufigkeit prägt es den Gesamteindruck der neueren Gräber und soll hier zumindest kurz erwähnt werden:

Nachfolgend eine kleine Auswahl an Erinnerungszeichen, in denen das Tier entweder als »Baby« bezeichnet wird (oben) oder aber der Hundehalter sich selbst als »Mama« mit gebrochenem Herzen sieht (nachstehend, das Grabzeichen für den Hund Tipsy).

Tipsys Erinnerungsstätte sorgte vor einigen Jahren in der Pariser Presse für Schlagzeilen: Grabräuber plünderten T.s Grabstatt und erbeuteten ein Diamantenkollier im Wert von EUR 9.000,–, das dem geliebten Hund als Grabbeigabe mit auf seine letzte Reise gegeben wurde. Die Diebe wurden nie gefaßt und der Milliardär ließ stattdessen einen markanten Grabstein aufstellen.

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