»Unser Hafen« in Essen: Friedhof gemeinsam für Mensch und Tier

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Besucheradresse: Pfarrstraße 11, 5357 Essen
(Familienbetrieb auf dem Bergfriedhof an der Gnadenkirche)
Tierkrematorium: Bochumer Straße 172, 44866 Bochum

Im Juni 2015 eröffneten die deutschlandweit ersten Friedhöfe für eine gemeinsame Beisetzung von Mensch und Tier

Die Beisetzung von Human- und Tierurnen in der gleichen Grabstelle ist in Deutschland nach wie vor revolutionär. Zum Vergleich: 2001 wurde dieses Friedhofskonzept erstmals in der Schweiz umgesetzt.

Ein Familienunternehmen bietet die gemeinsame Beisetzung von Mensch und Tier an, an zwei Standorten, in zwei Bundesländern, in der Nähe von Essen (Nordrhein-Westfalen) und bei Koblenz (Rheinland-Pfalz), weitere Standorte und Anbieter werden möglicherweise folgen.

Beispiel für ein individuell gestaltetes Wahlgrab: die stilisierte Hundepfote erinnert an das verstorbene Haustier

Wahlgräber und Reihengräber

»Unser Hafen« bietet Reihengräber mit bis zu 6 Urnenstellen, davon maximal zwei Humanurnen und Wahlgräber mit bis zu 12 Urnenstellen und individueller Grabgestaltungsmöglichkeit.

Die Gebühren liegen um die EUR 1.400-2.300 zuzüglich einer Beisetzungsgebühr. Die Laufzeiten betragen 20-25 Jahre, je nach Standort.

Weitere individuell gestaltete Wahlgräber: während der Schmetterling ein allgemeines Symbol für die Metamorphose alles Lebendigen ist, symbolisieren die Vögel vermutlich die verstorbenen Haustiere

Beispiel für ein Reihengrab mit Bepflanzung durch die Friedhofsgärtnerei, keine individuellen Grabzeichen, weder für Mensch noch für Tier.

Die Idee, Tiere auf eigens gestalteten Flächen zu beerdigen ist keinesfalls neu: seit einigen Jahren können Haustiere auf rund 35 deutschen Tierfriedhöfen beigesetzt werden. Neu ist, dass hier Humanurnen und Tierurnen gemeinsam an einem Begräbnisort beigesetzt werden können.

Der älteste städtische Tierfriedhof in Europa wurde 1899 bei Paris eröffnet: der »Cimetière des chiens« (wörtlich: Hundefriedhof). Bereits im alten Ägypten – das älteste erhaltene Katzengrab wurde vor 9.500 Jahren angelegt – und in der römischen Antike wurden Tiere rituell beigesetzt.

Eine kulturelle Leistung, die man in Deutschland vielleicht noch vor 20 Jahren als übertrieben abgetan hätte.

Individuell gestaltetes Wahlgrab

Das Bestattungsrecht wird auf Landesebene geregelt. Das bayrische Bestattungsrecht gestaltet beispielsweise lediglich die Beisetzung von Menschen, Tiere finden hier keine Erwähnung.

Mit dem neuen Friedhofskonzept wird sich auch die Münchener Verwaltung befassen. Die städtischen Friedhöfe der bayerischen Landeshauptstadt werden das Thema in ihrem Arbeitskreis »Bestattungswesen« zur Sprache bringen (AZ 20.5.2015).

Blick über das gesamte Friedhofsareal.