Berühmte Bestattungsorte in der Altstadt

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Gedenkstätten auf dem Meeresgrund: Das Neptune Memorial Reef, Miami, Florida/USA

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Kirche »San Lorenzo«, aufgelassen, im 9. Jahrhundert geweiht: eine der ältesten Kirchen Venedigs und Marco Polos vermuteter Begräbnisort, an dem auch sein Vater beigesetzt wurde; die Gebeine beider gelten heute als verschollen

Marco Polo (1254-1324), im zeitgenössischen Volksmund: Marco »Il Milione« (»der mit den Million Lügen«), venezianischer Asienreisender, Kaufmann

Als Begleiter seines Vaters und dessen Bruder, beide Kaufleute, brach Marco 17-jährig zu einer Reise in damals weitgehend unbekannte Länder auf. Über Persien und Zentralasien gelangten die Polos nach China. 17 Jahre werden sie in China verweilen, geschützt und gefördert durch den Großkhan, allerdings auch ohne echte Chance, die Heimreise anzutreten.

P. stieg zum persönlichen Berater des Herrschers auf, in dessen Auftrag er fast alle chinesischen Provinzen bereisten konnte. Diese Reisen boten ihm ausgiebig Gelegenheit, die Lebensverhältnisse und Sitten der verschiedenen Völker eingehend zu beobachten.

Als Kaufmann befasste er sich mit exotischen Gewürzen, kostbaren Edelsteinen, chinesischer Steinkohle, aber auch mit der Verwendung von Papiergeld am Hof des Großkhans.

Die Rialtobrücke im morgendlichen Nebel: neben San Marco der zweite, auf das 9. Jahrhundert zurückgehende Gründungsbezirk Venedigs (der Rialto-Bezirk ist bis heute das Handelszentrum der Stadt)

Mit dem Auftrag, eine mongolische Prinzessin als Braut zu einem persischen Fürsten zu geleiten, bot sich für die Polos 1925 eine Gelegenheit, nach Venedig zurückzukehren.

Venedig befand sich zu dieser Zeit im Krieg mit Genua. Im Zuge der Kriegswirren geriet P. in Gefangenschaft, wo er ab 1298 einem Mitgefangenen seine Erlebnisse in Asien diktierte.

Dieser Reisebericht »Die Wunder der Welt«, fand als Manuskript weite Verbreitung, auch Kolumbusbesaß eine Abschrift.

Auch wenn P.s Schilderungen vom Reichtum Chinas, von seinen großen, reichen Städten undseiner hochentwickelten Kultur immer wieder Zweifel und Argwohn hervorriefen – seine Zeitgenossen hielten seine Schilderungen für eine Märchensammlung – gelten seine Angaben heute als die wichtigste mittelalterliche Quelle über Asien.

Das höchste Heiligtum der »Serenissima«: die Reliquien des Apostels und Evangelisten Markus

Der Markusdom (»Basilica di San Marco«): bis 1797 Staatsheiligtum der Republik Venedig, nach 1800 erhielt er seine heutige Bedeutung als Kathedralkirche des Patriarchats (Bistums) von Venedig

Evangelist Markus: der Stadt- und Staatsheilige der aufstrebenden See- und Handelsmacht »La Serenissima Repubblica di San Marco« (»Die allerdurchlauchteste Republik des Heiligen Markus«, um 650-1797)

Der Legende nach entwendeten um 828 zwei venezianische Kaufleute die Gebeine des Evangelisten Markus aus dem koptisch-christlichen Markuskloster im ägyptischen Alexandria.

In Venedig baute man zur Verwahrung und Ausstellung der Reliquie eine Vorläuferkirche des heutigen Markusdoms. Venedig stieg infolge zu einem bedeutenden Wallfahrtsort auf.

Die eintreffenden Pilgerscharen verschafften der Stadt hohes Ansehen, aber auch einträgliche Gewinne.

Der Glaube an die Echtheit der Gebeine war vor allem politisch bedeutend, insbesondere zur Abgrenzung gegenüber Rom [link folgt], das im Besitz der Reliquien des Apostels Petrus in der Peterskirche ist.

Löwendarstellungen: Das in Venedig allgegenwärtige Erkennungszeichen des Stadtpatrons und Evangelisten Markus am Seiteneingang des Markusdoms

In allen venezianischen Städten und Kolonien wurden zahlreiche Löwendarstellungen als Herrschaftszeichen und Symbol wirtschaftlicher, militärischer und kultureller Macht angebracht.

Detailansicht Hauptportal

Der venezianische Markuslöwe ist ein geflügelter Löwe, meist mit Heiligenschein; eine Tatze stützt er auf ein offenes Buch mit der Inschrift »Friede mit dir Markus, mein Evangelist« (in kriegsbezogenen Darstellungen ist das Buch geschlossen).