Waldbestattung: Das FriedWald Konzept am Beispiel des FriedWalds Bernau bei Berlin

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Besucheradresse: Offenbachstraße, 16321 Bernau bei Berlin

Rund 30 km nördlich von Berlin liegt der FriedWald Bernau, eingebettet in einen 750 Quadratkilometer großen gemeinsamen Naturpark der Länder Berlin und Brandenburg.

Im November 2013 wurde der ca. 30 Hektar große Rotbuchenwald – mit teilweise 100-jährigem Baumbestand, für Urnenbestattungen an den Wurzeln ausgesuchter Bäume freigegeben. Es handelt sich um einen bewirtschafteten Kulturwald, der naturnah durch ein Försterteam gepflegt wird.

Die Grabpflege übernimmt die Natur

Auf Wunsch darf eine gravierte Metallplakette am Baum angebracht werden, die namentlich an die verstorbene Person erinnert. Die Plakette kann ggf. um die Lebensdaten, einen Spruch oder eine graphische Darstellung ergänzt werden; weitere von Menschenhand erschaffene Gegenstände, wie Blumen- oder Grabschmuck sind hingegen nicht erlaubt.

»Buchfinkenweg«: alle Bäume, an deren Wurzeln Urnen bestattet werden, sind über ein großzügig angelegtes Wegenetz zu erreichen

Ein Mustergrab

Die Beisetzungszeremonie

So muss man sich eine vorbereitete Grabstelle vorstellen: sie besteht aus einer dekorativen Holzscheibe, die – entsprechend des Waldthemas – mit Nadelholzzweigen geschmückt wird.

In deren Mitte findet eine Schmuckschatulle aus Holz Platz, die die biologisch abbaubare Urne enthält.

Darüber hinaus bringt der Förster zur Beisetzungszeremonie einen Spaten und ein Holzkreuz mit, das auf Wunsch Bestanteil der Zeremonie ist.

Der zentrale Ort des Erinnerns: der Andachtsplatz

Holzbänke laden die Trauergäste bei jedem Wetter zur Teilnahme an der Trauerfeier – und insbesondere der Trauerrede ein.

Die Gestaltung der Zeremonie läßt viele Freiheiten zu: sie kann christliche Elemente enthalten und von einem Pfarrer – katholisch oder evangelisch – gestaltet werden, muss es aber nicht.

Die Trauerrede kann mit Musik oder anderen Darbietungen begleitet werden oder aber in aller Stille stattfinden.

Die meisten Trauerfeiern beginnen hier, alternativ kann die Zeremonie aber auch direkt am jeweiligen Begräbnisbaum stattfinden.

Das Rednerpult des Trauerredners

Naturnahe Ruhefläche der Urne während der Trauerfeier (das Motiv der mit Nadelzweigen geschmückten Holzscheibe wird wieder aufgegriffen)

Das Bestattungskonzept

Der Familien- oder Freundschaftsbaum

bietet 10 Einzelurnenstellen für eine Familie oder einen Freundeskreis.

Preislich liegen diese Bäume, die mit der Bestattung in einemUrnenwahlgrabvergleichbar sind zwischen EUR 2.700,– und EUR 6.350,– je nach Beschaffenheit (Stärke, Baumart) und Lage des Baumes.

Nicht alle Bäume werden für Bestattungen genutzt und einige Bäume sind bereits belegt.

Bäume mit freien Urnenstellen sind mit einem farbigen Erkennungsband (blau, rot, gelb) gekennzeichnet. Eine Plakette am Band verrät den Preis des jeweiligen Urnenbegräbnisplatzes.

Der Einzel- oder Partnerbaum (rotes Band) ist ein Baum für bis zu zwei Menschen (Partner, Familienmitglieder oder Freunde).

Preis für zwei Personen: ab EUR 2.700,–

Bis zu 8 weitere Urnenstellen können für EUR 500,– dazugekauft werden.

Der Gemeinschaftsbaumplatz (gelbes Band)

bietet 10 Einzelurnenstellen für eine Ruhezeit von 99 Jahren ab Eröffnung des FriedWalds (hier: 2013), also bis zum Jahr 2112.

Preislich liegen diese Bäume, die mit der Bestattung in einem
Urnengemeinschaftsgrab vergleichbar sind zwischen EUR 770,– und EUR 1.200,– je nach Beschaffenheit (Stärke, Baumart) und Lage des Baumes.