Waldbestattung: Der Begräbniswald als Teil einer bestehenden Friedhofskultur, hier: Der Begräbniswald auf dem Evangelischen Kirchhof St. Bartholomäus, Berlin

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Waldbestattung: Der Begräbniswald als Teil einer bestehenden Friedhofskultur, hier: Der Begräbniswald auf dem Evangelischen Kirchhof St. Bartholomäus, Berlin

Besucheradresse: Evangelischer Friedhof St. Bartholomäus, Giersstraße 19/21, 13088 Berlin

Inschrift über dem Tor: »Christus ist die Auferstehung und das Leben«

Der einzige Begräbniswald innerhalb der Stadtgrenzen Berlins

Hinter dem Eingangstor zum St. Bartholomäus Kirchhof stehen rund drei Hektar des Laubwaldbestandes für die Urnenbestattung an den Wurzeln von Bäumen zur Verfügung.

Das Areal des St. Bartholomäus Kirchhofs/Friedhofs beheimatet neben einem Begräbniswald

auch die gängigen Bestattungsarten, wie Urnenbeisetzung (Wahl- und Reihengrabstellen), Sargbeisetzung (Wahl- und Reihengrabstellen) sowie anonyme Urnenbeisetzungen.

Alte Grabsteine, Natur und Baumbestattung in Symbiose

Das gesamte Gelände des St. Bartholomäus Kirchhofs/Friedhofs steht unter Denkmalschutz,

große Teile davon stehen zudem unter Naturschutz.

Baumbestattungen sind in Deutschland inzwischen von der katholischen und evangelischen Kirche anerkannt, so dass auch christliche Trauerfeiern in Begräbniswäldern gefeiert werden können.

(Toten-) Glocken

Ein frisch aufgeforsteter Ausstellungsbaum: Echter Rotdorn

Auf der Erklärungstafel erfährt der Besucher:

»Mustergrab:

*Die Asche wird in einer biologisch abbaubaren Urne an dem ausgewählten Baum beigesetzt.

*Namenstafeln am Baum erinnern an die Verstorbenen.

*Die Pflege und den Schmuck des Grabes übernimmt im Begräbniswald die Natur.

*Die Beisetzung wird von einem Förster begleitet und kann ganz nach den eigenen Vorstellungen gestaltet werden.«

Beispiele für Bestattungsbäume

Der Begräbniswald St. Bartholomäus wird kontinuierlich gepflegt und aufgeforstet,

hier ein junger Gemeinschaftsbaumplatz (gelbes Band).

Auch wenn Grabschmuck bei Baumbestattungen nicht vorgesehen und erlaubt ist,

drückt er doch offenbar das zutiefst menschliche Bedürfnis aus, eine Grabstelle zu schmücken…

Bei einem Rundgang über den Begräbniswald entdeckt man immer wieder außer der Reihe »verzierte« Bäume…

2015 wurden hier sechs Menschen beigesetzt.

Der Baum ohne farbiges Erkennungsband, das die Bestattungsart (Familien/Freundschafts-

oder Gemeinschaftsbaum, üblicherweise 10 Urnenstellen) anzeigt, kann entweder für einen

belegten Familien-/Freundschaftsbaum stehen oder aber für einen Basisplatz (vergleichbar

mit dem Rasenreihengrab):

hier wählt der Förster den Baum aus. In diesem Fall trägt der Baum keines der farbigen Erkennungsbänder für freie Urnenstellen, da Bestattungen ausschließlich auf Zuweisung

des Försters erfolgen.