Bearbeitungsarten

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Zeit- und Kostenplan einer Bestattung

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Beispiel für eine künstlerische Oberflächenbearbeitung

Der Stein, wie er aus der Natur gebrochen wird, ist bruchwild und ohne Struktur. Durch maschinelle und handwerkliche Bearbeitung verändert er sein Aussehen. Die Bearbeitung kann den rohen Steincharakter betonen oder aber die Ansichtsflächen kunstfertig gestalten.

Interessante Strukturen entstehen durch wechselnde Bearbeitungsspuren.

Beispiel für eine künstlerische Oberflächenbearbeitung; Preiskategorie: über EUR 4.000,–

Techniken, die bei der handwerklichen Bearbeitung des Steins zum Einsatz kommen können:

  • eine natürlich gebrochene Oberfläche wird als naturrauh bezeichnet
  • beim Schuren wird der Stein grob geschliffen und kann je nach Bewegung und Druckausübung eine unterschiedliche Struktur erhalten
  • die Kanten des Steins werden mit dem Bossiereisen grob behauen oder gefast (gleichmäßig gebrochen)
  • durch Beilen erhält der Stein kleine Furchen
  • mit dem Scharriereisen werden feine Spuren gehauen, der Stein erhält eine Art parallele Schraffur
  • das Spitzeisen ermöglicht in kurzen Schlägen, eine mehr oder weniger feine Zerfurchung der Oberfläche
  • feine, unruhige Strukturen werden durch kreisende Bewegungen eines Eisen, das mehrere Spitzen trägt, erreicht
  • kurze, tiefen Hiebe entstehen beim Stelzen
  • nach dem Löffeln wirkt die Oberfläche, als seien kleine Teile mit einem Löffel herausgehoben worden

Grabstein, poliert; Preiskategorie: über EUR 2.000,–;

Bronzefigur, seriell gefertigt; Preiskategorie: EUR 90,– bis 400,–

Das industriell gefertigte Grabmal im Verhältnis zum handwerklich gefertigten Grabmal:

Die große Mehrzahl an flachen, einseitig bearbeiteten Steinplatten stammt heutzutage aus industrieller Fertigung, d.h. im Herstellungsprozess werden überwiegend Maschinen eingesetzt.

Die Möglichkeiten, den Stein dennoch individuell zu gestalten (hier: Bronzefigur, Schriftart), sind im Verhältnis zum handwerklichen Grabmal stärker begrenzt.

Für viele industrielle Grabmale ist eine glänzend polierte Oberfläche charakteristisch.

Großflächig polierte Steine werden allerdings auf manchen Friedhöfen bzw. Friedhofsteilen als störend empfunden und von der Genehmigung ausgeschlossen.

Grabstein, poliert; Preiskategorie: über EUR 2.000,–

Da der Weltmarkt maschinell hergestellte Steine in großer Formen- und Sortenvielfalt

bereithält, kann man nicht generell sagen, dass industriell gewonnene Steine kostengünstiger sind, auch hier kommt es auf Größe und Ausgangsmaterial an.

Echte Billigprodukte stammen aus Ländern wie Indien oder Brasilien, wo immer noch 12-16-Jährige bei extrem niedrigen Löhnen in Steinbrüchen eingesetzt werden. Ein Stein mit Herkunftszertifikat wurde nicht in Kinderarbeit hergestellt und ist in einigen Städten wie München Pflicht, um die Friedhofsgenehmigung zu erhalten.

Grabeinfassung; Preiskategorie: EUR 200,– bis 1.000,–

Für industriell gefertigte Steine werden gerne auch Einfassungen angeboten, wodurch der Preis wieder steigt.

Im Vergleich dazu: Individuelle Grabeinfassung; Preiskategorie: über EUR 1.000,–