Jüdischer Friedhof Weißensee

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Besucheradresse: Herbert-Baum-Straße, 13088 Berlin

Ein Kulturdenkmal von Weltrang

Der Jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee spiegelt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte der Juden in Deutschland wider. Hier stehen traditionell hohe und schlichte Grabsteine neben kunstvoll angelegten Grabanlagen aus poliertem Stein.

Die ganz im Zeichen der Wilhelminischen Zeit (ca. 1890-1914) überladen gestalteten Grabdenkmäler spiegeln das Streben nach gesellschaftlicher Anerkennung und Assimilierung vieler Berliner Juden um die Jahrhundertwende wider.

KZ-Gedenkstein

»Gedenke Ewiger was uns geschehen.
Gewidmet dem Gedächtnis unserer ermordeten
Brüder und Schwestern 1933 – 1945
und den Lebenden
die das Vermächtnis der Toten erfüllen sollen«

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin

Vor dem Gedenkstein wurde 1992 eine Urne mit der Asche ermordeter Juden aus Auschwitz versenkt.

»[…] Diese Erde und ein kleinen Quantum der Asche der Ermordeten im Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau […] übergibt das Museum der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, um diese

Urne im Jüdischen Friedhof Berlin – Weißensee, zu unterbringen.

Mögen die Ermordeten nie vergessen werden! […]«

Adolf Jandorf (1870-1932): Kaufhausunternehmer, KaDeWe-Gründer

Nach einer kaufmännische Lehre, studierte J. ab 1890 in den U.S.A. Zwei Jahre später gründete er am Berliner Spittelmarkt sein erstes Kaufhaus, ein Spezialgeschäft für Kurz-, Weiß- und Wollwaren.

Weitere Warenhauseröffnungen folgten, so dass J. bereits in den 1890er Jahren in Berlin als Wegbereiter des modernen Kaufhauses nach amerikanischen Zuschnitt galt. Mit seinem Warenangebot richtete er sich an die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, die Arbeiter- und Mittelschicht.

Erst mit der Errichtung des »Kaufhauses des Westens« (KaDeWe, um 1906), wandte sich J. erstmals an einen betuchteren Kundenkreis. J.s Unternehmen mit über 3.000 Angestellten gingen 1926 in den Besitz der Hermann Tietz AG über.

Hermann Tietz (1837-1907): Fotograf, Unternehmer, Hertie-Gründer

T. lebte zwei Jahrzehnte als deutsch-jüdischer Kaufmann in den U.S.A., wo er eingehend die lokale Wirtschaftspraxis studierte.

1882 legte T. als Kapital- und Ideengeber, den Grundstein für den nach ihm benannten und von seinem Neffen Oscar Tietz gegründeten Warenhauskonzern »Hertie«: Oskar Tietz gründete in Gera ein Einzelhandelsgeschäft für Garn-, Knopf- und Wollwaren. T. initiierte die Expansion in andere Städte und die Einführung neuer Verkaufspraktiken, wie ausgewiesene Festpreise und Sofortzahlung.

T. arbeitete zudem als Fotograf und unterhielt Ateliers in wichtigen Metropolen wie Hamburg, München, Stuttgart und Berlin.

Berthold Kempinski (1843-1910): Gastronom

K. begann seine berufliche Laufbahn als reisender Händler in seiner Heimatprovinz Posen bevor er mehrere Weinstuben in Breslau und Berlin eröffnete.

Die Attraktionen seines »M. Kempinski & Co.« an der Friedrichstraße waren eine reichhaltige Weinkarte und Delikatessen wie Austern und Krebse zu besonders günstigen Preisen. K. »erfand« das Tagesmenu zum Einheitspreis sowie die »halbe Portion«, die exklusive Speisen einem breiteren Publikum zugänglich machte.

1889 eröffnete K. in Berlin das größte Restaurant seiner Art mit Speisesälen, die im überladenen Stil der Jahrhundertwende eingerichtet wurden. Der »Kaisersaal« wurde von Kaiser Wilhelm II. persönlich eingeweiht. Sein Restaurant wurde zu einer Berliner Institution und Treffpunkt für weite Kreise der Bevölkerung und der Prominenz.

Grabzeichen für die Eltern des Schriftstellers Kurt Tucholsky (1890-1935)

Stefan Heym (1913-2001): Schriftsteller, Politiker

H. emigrierte ab 1933 nach New York, wo er Chefredakteur einer deutschsprachigen Wochenzeitung wurde. Als amerikanischer Staatsbürger nahm er an der Landung der Alliierten in der Normandie teil.

Aufgrund seiner prokommunistischen Haltung war er weder in München, wo er nach Kriegsende eine amerikanische Zeitung mitbegründete noch in den U.S.A. gut gelitten. 1952 ließ er sich als freier Schriftsteller in Ostberlin nieder, wo seine zeitgeschichtlichen Romane erfolgreich verlegt wurden.

Anfang der 1970er Jahre geriet er zunehmend in Konflikt mit der politischen Führungselite der DDR. Sein Roman über den Aufstand des 17. Juni 1953, »Fünf Tage im Juni« (1974), konnte erst 1989 veröffentlicht werden.

Immer wieder gab es Auseinandersetzungen um seine Person. Auch nach 1989 hielt er öffentlich an seinen sozialistischen Überzeugungen fest. Als Parteiloser erkämpfte er 1994 ein Direktmandat für die PDS.

Herbert Baum (1912-1942), Ehrengrab: Widerstandskämpfer

»Er war ein vorbildlicher Kämpfer gegen Krieg und Faschismus«