Spaziergang auf dem Waldfriedhof

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Starnberg

Starnberg

Beginn: Eingang Fürstenriederstraße / Ecke Würmtalstraße

1. Waldcharakter

»W« wie Waldgrab
16-W-31 (Station 1)

Im September 1907 eröffnete Deutschlands erster in einen bestehenden Nutzwald eingebetteter Friedhof. Das innovative Friedhofskonzept stammt von Prof. Hans Grässel (Station 22 dieses Spaziergangs), der als bedeutendster Friedhofsarchitekt seiner Zeit die Pläne für insgesamt vier Münchener Friedhöfe ausarbeitete.

Bei der Grabparzellierung wurde auf Geometrie und sichtbare Grenzziehung verzichtet. Nicht wenige Grabstätten stehen wie hier inmitten dichter Waldbepflanzung.

2. Huber, Kurt (1893-1943)

Musikwissenschaftler, Volksliedsammler, Philosoph, Mitträger der Münchener Widerstandsbewegung
21-W-22 (Station 2)

1920 habilitierte sich H. in München in den Fächern Philosophie und Psychologie, 1921 wurde er Privatdozent für Philosophie. Seit 1925 sammelte H. im Auftrag der Deutschen Akademie altbayerische Volkslieder im Alpenvorland und dokumentierte diese.

Die Einstellung H.s gegen das polische Regime zog einen Teil der Studentenschaft zu ihm hin. Im Jahre 1942 lernte er die Geschwister Scholl kennen und beteiligte sich noch im selben Jahr an der Herstellung von Flugblättern. Im Februar 1943 wurde H. hierfür verhaftet, verurteilt und im Gefängnis Stadelheim hingerichtet.

3. Wedekind, Frank (1864-1918)

Schriftsteller
17-W-88 (Station 3)

Aufgewachsen in der Schweiz, knüpfte W. in Zürich Kontakt zu den deutschen Emigranten um Gerhart Hauptmann, arbeitete aber von 1886 an als Werbetexter bei der Firma Maggi. Erst eine Erbschaft erlaubte ihm, ab 1889 als freier Schriftsteller zu leben.

In München entstand »Frühlings Erwachen, eine Kindertragödie«, in der er Tabuthemen der Zeit präsentierte. Das Jahr 1906 brachte den durchschlagenden Erfolg mit der Uraufführung von »Frühlings Erwachen« unter Max Reinhardts Regie. Von nun an wurden seine Werke im In- und Ausland gedruckt und gespielt.

4. Uhde, Fritz von (1848-1911)

Maler
46-W-1 (Station 4)

Nach kurzem Studium an der Dresdner Kunstakademie (1866/67) trat U. in den Militärdienst ein und wurde Offizier im sächsischen Reiterregiment. 1878 quittierte er dort seinen Dienst, um sich der Malerei zu widmen, und ließ sich ab 1880 dauerhaft in München nieder.

Die Hauptwerke U.s sind seine religiösen Bilder, mit denen er die Heilsgeschichte in das Milieu der Handwerker und Bauern verlegte. Er war Mitbegründer der Münchner Sezession, 1899-1904 ihr Präsident, wurde Ehrenmitglied der königlich Bayerischen Akademie der Künste und gehörte den Akademien der Bildenden Künste in Berlin, Dresden und Antwerpen an.

5. Rodenstock, Josef (1846-1932)

Unternehmer
17-W-43 (Station 5)

Ohne eine Ausbildung begann R. 14-jährig einen Handel mit Nähnadeln, Knöpfen und selbst hergestellten Einzelteilen für Brillenfassungen, dem sich 1861 sein Vater anschloss.

Davon überzeugt, dass er als Optiker Fehlsichtigkeit ausgleichen könne, gründete R. 1877 in Würzburg eine feinmechanische Werkstätte. Das neue Familienunternehmen produzierte und verkaufte vor allem optische Geräte, insbesondere Brillen. 1884 verlegte R. seinen Firmenhauptsitz nach München. Entscheidende Innovationen waren die von R. entwickelten reflexärmeren Brillengläser sowie ein »Brillen-Anmess-Apparat«.

6. Lindemann, Ferdinand Ritter von (1852-1939)

Mathematiker, Dr. jur. h.c. und Dr. rer. pol. h.c.
43-W-9 (Station 6)

L. studierte seit 1870 in Göttingen, Erlangen, München, London und Paris Mathematik und wurde 1873 promoviert. 1893-1923 war er Professor an der Universität München, wo er 1904/05 das Rektorat innehatte.

Er war Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und arbeitete bereits als Student die Vorlesungen seines Göttinger Lehrers zu Lehrbüchern aus, befasste sich mit angewandter Mathematik und konnte als 30-jähriger Gelehrter, 1882 erstmals in der Geschichte der Mathematik die Frage nach der Möglichkeit einer Quadratur des Kreises endgültig verneinen. Hierfür erlangte er Weltruhm.

7. Heyse, Paul Ritter von (1830-1914)

Schriftsteller, Übersetzer, Nobelpreis für Literatur (1910)
43-W-27 (Station 7)

H.s Mutter war verwandt mit der Familie Mendelssohn-Bartholdy und verkehrte in den bekannten jüdischen Salons zu Berlin, der Vater Karl war ein angesehener Philologe. H. selbst studierte Klassische Philologie, Romanistik und Kunstgeschichte in Berlin und Bonn und fand Kontakt zu Carl Jacob Burckhardt, Theodor Storm, Joseph von Eichendorff und Theodor Fontane.

Durch Geibels Vermittlung wurde H. vom bayerischen König Maximilian II. nach München gerufen und übersiedelte 1854 dorthin. Er verkehrte im Dichter- und Gelehrtenkreis am Hof und erhielt 1910 den Nobelpreis für Literatur.

8. Meisenbach, Georg (1841-1912)

Erfinder, Kupferstecher
43-W-3 (Station 8)

Nach einer Ausbildung zum Kupferstecher gründete M. 1876 in München die erste Zinkographische Kunstanstalt, in der er 1881 ein Verfahren erfand (Autotypie), das es ermöglichte, auf einer Buchdruckerpresse Fotografien im Text zu drucken.

Das schnelle und günstige Druckverfahren führte in den 1890er Jahren zu einem revolutionären Sprung sowohl in Auflage als auch in Qualität des Bildmediums und zu einer bis dahin ungekannten Verbreitung des Bildes in Druckwerken. Im Deutschen Museum befindet sich ein umfangreicher Bestand früher Autotypien.

9. Bestelmeyer, German (1874-1942)

Architekt
39-W-24 (Station 9)

B. studierte an der TH München als Schüler von Friedrich von Thiersch, war dann in der Bayerischen Bauverwaltung (Regensburg und München) tätig und folgte 1910 einem Ruf als Professor an die TH Dresden. 1922 wurde B. Nachfolger Thierschs an der TH München, 1924 Präsident der Münchner Akademie der bildenden Künste.

Zu seinen Werken zählen zum Beispiel: der Um- und Erweiterungsbau der Universität München (1906-10), der Erweiterungsbau der TH München (1922-26), das Bibliotheksgebäude und der Studienbau des Deutschen Museums München sowie die Westendkirche in München.

10. Borscht, Wilhelm Ritter von (1857-1943)

Bürgermeister der Stadt München
132-W-2 (Station 10: Ehrengrabstätte gewidmet von der Stadt München)

Sechs Jahre nach seinem rechtswissenschaftlichen Studium in Würzburg wurde B. 1888 Zweiter Bürgermeister der Stadt München. 1893 wurde er Erster Bürgermeister und ab 1907 prägte er zwölf Jahre lang München als Oberbürgermeister.

Zu den wichtigsten Neuerungen seiner Amtszeit zählen die Einführung elektrischer Straßenbeleuchtung und der Erwerb eines Ausstellungsgeländes auf der Theresienhöhe (1904). Mit Oskar von Miller bemühte er sich um die Gründung und den Ausbau des Deutschen Museums und hatte weitreichenden Anteil an der Errichtung des Tiergartens Hellabrunn.

11. Goppel, Alfons (1905-1991)

Rechtsanwalt, Bayerischer Ministerpräsident (1962-78), Dr. h.c.
38-W-46 (Station 11)

Nach seinem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität München ließ sich G. 1932 als freier Rechtsanwalt in Regensburg nieder. Nach dem Krieg gehörte er zu den Mitgründern der CSU, die er ab 1954 im Bayerischen Landtag vertrat.

Seine politischen Ämter seit Okt. 1957: Staatssekretär im Justizministerium, Innenminister (1958), Bayerischer Ministerpräsident (1962). Auch wenn er politisch häufig im Schatten des Vorsitzenden der CSU, Franz Josef Strauß‘ stand, schaffte Bayern unter G.s Führung den Wandel vom Agrarstaat zum modernen Industriestaat.

12. Stuck, Franz von (1863-1928)

Maler, Bildhauer
95-W-16 (Station 12)

S. ist nach Wilhelm von Kaulbach und Franz von Lenbach der dritte der »Münchener Künstlerfürsten«.

1893 errang er auf der ersten Ausstellung der von ihm mitbegründeten Künstlergruppe »Secession« einen spektakulären Erfolg, 1895 wurde er zum Professor an die Münchner Akademie berufen. Für sein Wohnhaus, der Villa Stuck an der Münchner Prinzregentenstraße entwarf S. nicht nur die Baupläne, sondern auch die gesamte Innenausstattung. Zu seinen Schülern zählte er Künstler wie Wassily Kandinsky und Paul Klee.

13. Thiersch, Friedrich Ritter von (1852-1921)

Architekt
71-W-10 (Station 13)

T. war nach seinem Architekturstudium in Stuttgart (1868-73), im Baugeschäft von Karl Jonas Mylius (Schöpfer des Wiener Zentralfriedhofs) in Frankfurt a. M. tätig.

Seit 1880 hatte er eine Professur an der TH in München inne. Er gilt als der erfolgreichste süddeutsche Architekturlehrer des 19. Jahrhunderts. Studienreisen führten ihn nach Italien, Griechenland, Istanbul, Ägypten und Syrien.

T. erbaute Kaufhäuser, Kirchen, Brücken, wie die Friedrichsbrücke in Mannheim (1887-91) und öffentliche Großbauten: den Justizpalast (1887-97) und die Neue Börse (1901) in München.

14. Marchioni, Alfred (1899-1965)

Dermatologe
105-W-6 (Station 14)

M. studierte in Königsberg, Leipzig und Freiburg i. Br. Medizin, wo er sich 1929 für Dermatologie habilitierte.

1938 emigrierte M. in die Türkei, war Direktor einer Hautklinik in Ankara und wurde 1945 Professor der Dermatologie. 1948 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde 1950 Professor und Direktor der Universitäts-Hautklinik in München, 1954/55 war er Rektor der Universität. M. arbeitete vor allem über Hauttuberkulose und -allergien, gründete die Zeitschrift »Der Hautarzt« und gab das »Handbuch der Haut- und Geschlechtskrankheiten« (8 Bde., 1959-81) heraus.

15. Heyne, Wilhelm (1888-1968)

Verleger
115-W-17 (Station 15)

H. gründete 1934 den Wilhelm Heyne Verlag in Dresden, der 1948 nach München übersiedelte, wo er ab 1950 wieder aufgebaut wurde. Zu dem 1958 begonnenen Taschenbuchprogramm gehörten vor allem Kriminalromane, erstmals auch Science Fiction und Kochbücher.

Rolf H. war der Sohn von Wilhelm H. und machte aus dem von seinem Vater gegründeten Wilhelm Heyne Verlag den zweitgrößten Taschenbuchverlag Deutschlands. Im deutschsprachigen Raum ist der Heyne-Verlag vor allem durch die Veröffentlichung von rund dreihundert Star Trek- und Star Wars-Romanen bekannt geworden.

16. Heisenberg, Werner (1901-1976)

Physiker, Nobelpreis für Physik (1932)
169-W-29 (Station 16)

Als Sohn des bekannten Byzantinistik-Professors August H., studierte H. in München Physik, bevor er sich 1924 bei Max Born in Göttingen habilitierte und im Winter 1924/25 seinen ersten Studienaufenthalt bei Niels Bohr in Kopenhagen verbrachte.

1927 formulierte H. seine Unschärfrelation und schuf zusammen mit Niels Bohr die Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik. Für diese Leistungen wurde ihm 1933 der Nobelpreis für das Jahr 1932 verliehen.

Von 1946 bis 1970 übernahm er die Leitung des Göttinger Max-Planck-Instituts für Physik und Astrophysik, das 1958 nach München verlegt wurde.

17. Hugendubel, Heinrich (Karl Gustav) (1840-1920)

Buchhändler, Verleger
159-W-12 (Station 17)

Nach einer Buchhandelslehre in Stuttgart war H. in Heidelberg und Ingolstadt tätig und gründete 1874 in München einen Verlag, vor allem zur Herstellung von Schulbüchern. 1893 erwarb er am Salvatorplatz in München eine Buchhandlung, der er ein Kunstantiquariat angliederte.

Der gleichnamige Urenkel des Gründers und Buchhändlers, Heinrich Hugendubel (*1936 – †2005), gilt als Erfinder des Buchkaufhauses: 1979 entstand am Münchener Marienplatz die erste Großbuchhandlung Deutschlands.

18. Schmid, Toni (1909-1932)

Bergsteiger, Erstbesteigung der Matterhorn-Nordwand
156-W-16 (Station 18)

T. war wie sein Bruder Franz S. (1905-1992) Bergsteiger. Seit den 1930er Jahren bildete sich ein Kanon der sechs großen noch unbezwungenen Nordwände heraus (u. a. der Eiger im Berner Oberland, das Matterhorn).

Die Brüder Schmid aus München machten mit der Besteigung des Matterhorns den Anfang. Ein Jahr später zeichnete das Olympische Komitee diese Leistung bei den Spielen in Los Angeles mit dem »Prix olympique d’alpinisme« aus. T. konnte die Ehrung allerdings nicht mehr entgegennehmen. Er war im Mai 1932 bei der Begehung der Nordwestwand des Großen Wiesbachhorn (Glockner-Gruppe) abgestürzt.

Waldfriedhof München

19. Ende, Michael (1929-1995)

Schauspieler, Schriftsteller
212-W-3 (Station 19)

Nach einer Schauspielausbildung an der Falckenbergschule (1948-1950) lebte E. als Schauspieler, Kabarettist, Filmkritiker und Theaterautor in München.

Seine Märchenromane »Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer« (Dt. Kinderbuchpreis), »Momo« (Dt. Jugendbuchpreis 1974) und »Die unendliche Geschichte« (Wilhelm-Hauff-Preis 1980) wurden vielfach übersetzt, dramatisiert und verfilmt.

In den Räumen der Internationalen Jugendbibliothek in München erhält E. drei Jahre nach seinem Tod ein Museum.

20. Berberich, Ludwig (1882-1965)

Priester, Dirigent, Komponist
142a-IIa-1 (Station 20: Gräberfeld für Priester)

B. wurde nach dem Studium in Freising 1907 zum Priester geweiht und war dann als Kaplan in Ruhpolding tätig. Von 1912 an besuchte er die Akademie für Tonkunst in München.

1910-16 war er Chordirigent der Bürgersaalkirche, ab 1919 Leiter des Domchors der Münchener Frauenkirche. 1921 nahm er eine Professur für katholische Kirchenmusik an der Akademie München an. 1932 wurde er Ehrenmitglied der Internationalen Bruckner-Gesellschaft, 1935 päpstlicher Geheimkämmerer mit dem Titel »Monsignore«. B. komponierte neben zahlreichen Motetten auch Messen und ein Requiem.

21. Tirpitz, Alfred (1849-1930)

Großadmiral, Begründer der deutschen Hochseeflotte
140-W-21 (Station 21)

Mit der Entwicklung der deutschen Torpedobootwaffe (1877) begann sein Aufstieg: 1888 war er der jüngste Kapitän zur See, ab 1898 preußischer Marineminister und seit 1911 Großadmiral.

Die Vorstellung von deutscher Seegeltung war populär, T. wusste diese Grundstimmung für den Aufbau einer deutschen Schlachtflotte geschickt auszunutzen. Der von ihm verfochtene »Risikogedanke«, nach dem die deutsche Flotte so stark werden sollte, dass sie Großbritannien von dem Risiko einer militärischen Intervention abhalten würde, erwies sich jedoch als Fehlkalkulation.

22. Grässel, Hans (1860-1939)

Architekt, Stadtbaumeister
139-V-SG (Station 22: Ehrengrab gegenüber der Aussegnungshalle)

Nach dem Besuch der TH München (1877-85), wurde G. 1890 Architekt für Hochbau im Dienst der Stadt München und beeinflusste 38 Jahre lang maßgeblich das Bild der Stadt. Ab 1918 war er Professor an der TH München, 1920 wurde er Stadtbaudirektor und 1925 Geheimer Baurat.

G. errichtete Schulen, Sozial- und Amtsbauten und setzte mit seinem Baustil neue Maßstäbe, indem er zweckmäßig, aber unter Einbeziehung des jeweiligen Standorts baute. G. ist der bedeutendste Reformator der Friedhofskultur seiner Zeit: das von ihm erdachte Konzept des Waldfriedhofs wurde in ganz Europa umgesetzt.

23. Wunderlich, Fritz (1930-1966)

Sänger
212-W-18 (Station 23)

W. begann 1950 seine Laufbahn als Schüler an der Musikhochschule (Gesang und Waldhorn) in Freiburg i. Br. 1954 gab er am dortigen Stadttheater als »Tamino« (»Die Zauberflöte«) sein Debüt in einer Studentenaufführung.

1955 erhielt W. ein Engagement an der Stuttgarter Staatsoper; 1959 sang er Salzburg unter Karl Böhm; 1960 kam W. zur Staatsoper in München und gastierte an der Wiener Staatsoper, am Teatro Colón in Buenos Aires, an der Städtischen Oper Berlin, an der Covent Garden Opera in London. Kurz vor seinem Debüt an der Metropolitan Opera in New York starb W. an den Folgen eines Treppensturzes.

24. Krone, Carl (1870-1943)

Zirkusdirektor
13-W-1 (Station 24)

K. trat von Kindheit an in der Menagerie seines Vaters auf deutschen Jahrmärkten auf. 1888 zeigte er erstmals seine Tierdressuren, 1893 gelang ihm mit der Vorführung eines auf einem Pferd reitenden Löwen eine Sensation.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1900 übernahm K. die Leitung des Unternehmens, das er 1913 in »Circus Krone« umbenannte. Zusammen mit seinen Schwestern und seiner Frau Ida, baute er den Zirkus zu einem der größten seiner Art in Europa aus. Der Cirkus Krone wurde später von K.s Tochter Frieda und ihrem Mann, dem Dompteur Carl Sembach, weitergeführt.

25. Baeyer, Adolf Ritter von (1835-1917)

Chemiker, Nobelpreisträger für Chemie (1905)
13-W-18 (Station 25)

1853 begann B. ein Studium der Mathematik und Physik in Berlin, ging 1856 nach Heidelberg zu Robert Bunsen und wechselte ein Jahr später in das Privatlabor für organische Chemie von August Kekulé über.

Nach seiner Berufung als Ordinarius an die Reichsuniversität Straßburg (1872) folgte B. 1875
dem Ruf als Nachfolger Justus von Liebigs an die Universität München und entwickelte hier eine umfassende Lehre für den wissenschaftlichen und industriellen Nachwuchs. Für seine Arbeiten über organische Farbstoffe (Indigo) und hydroaromatische Verbindungen erhielt B. 1905 den Nobelpreis für Chemie.