Spaziergang auf dem Winthirfriedhof Neuhausen

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Starnberg

Starnberg

2. Irschl, Simon (1880-1978)

Domkapitular, Prälat, Retter der Gebeine des seligen Winthir
Westliche Kirchenmauer, Grab 2 (Station 2)

1928 wurde I. die Pfarrei München-Neuhausen übertragen. Nach einem schweren Unwetter im August 1931 stürzte ein Teil der Winthirkirche ein und verursachte eine riesige Baustelle.

I. nutzte diesen Zeitpunkt, um unter Aufsicht des Leiters der prähistorischen Staatssammlung, nach den Gebeinen des seligen Winthir zu forschen. Tatsächlich wurden das Skelett eines Mannes und ein Baumstumpf, unter dem der selige Winthir der Legende nach begraben sein soll, gefunden. Laut Gutachten des wissenschaftlichen Leiters »spricht nichts dagegen, dass das gefundene Skelett vom seligen Winthir stamme«.

3. Sambuga, Joseph Anton (1752-1815)

Katholischer Theologe, Erzieher des späteren König Ludwig I
Südliche Kirchenmauer, Nr. 1 (Station 3)

S., Sohn eines aus Italien stammenden Kaufmanns studierte Theologie in Heidelberg.
Seine Priesterweihe empfing S. 1774 im italienischen Como. Es folgen Stationen als Kaplan, Hofprediger und Pfarrer in und im Großraum Mannheim.

Aufgrund seiner besonderen seelsorgerischen Fähigkeiten und menschlichen Qualitäten wurde S. 1797 zum Prinzenerzieher und Religionslehrer des späteren bayerischen Königs Ludwig I. bestellt. Um auch die jüngeren Kinder Maximilian I. Josephs religiös bilden zu können, ging S. 1799 nach München und wurde dort Hofprediger und geistlicher Rat.

4. Schmitz, Franziska (1759-1822)

»Spinn-Mutter«
südliche Kirchenmauer (Station 4)

S. gründete 1810 in Neuhausen-Nymphenburg Spinnstuben und lud einheimische Mädchen und Frauen ein, bei ihr die niederländische Flachsspinnerei zu erlernen. Der soziale und wirtschaftliche Erfolg waren so groß, dass S. mithilfe des Kaufmanns Andreas M. Dall’Armi (1765-1842) weitere Spinnstuben im Großraum München bis Fürstenfeldbruck eröffnete.

Die zahlreichen Mitglieder der »Spinn-Verschwisterung« begingen bis in das 20. Jahrhundert hinein alljährlich den Jahrtag von S. mit einer Singmesse auf dem Winthirfriedhof.

5. Miller, Dr. Walther von (1894-1978)

Kommunalpolitiker, Bürgermeister in München, Dr.jur.et rer.pol.
1-8-9 (Station 5)

Der zweitälteste Sohn Oskar von Millers begann seine politische Laufbahn erst 1945 im Alter von 50 Jahren. Als Mitbegründer der CSU gehörte er dem ersten Münchener Stadtrat an. 1949-1956 war er zweiter Bürgermeister der Stadt München und Kulturreferent unter Thomas Wimmer. Mitglied des Münchener Stadtrats blieb er bis 1972.

Für sein 27-jähriges Engagement in der Kommunalpolitik, in dem er sich u. a. für die Kammerspiele, die Philharmoniker und das Alte Rathaus, das er vor dem Abbruch bewahren konnte, einsetzte, wurde M. mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

6. Miller, Oskar von (1855-1934)

Ingenieur, Gründer des Deutschen Museums in München
östliche Kirchenmauer, Gruft 5b (Station 6)

Nach seinem Ingenieurstudium entdeckte M. 1881 auf der Elektrizitätsausstellung in Paris die Elektrizität als sein zukünftiges Fachgebiet. Sein 1890 in München gegründetes Ingenieurbüro baute Großprojekte wie das Walchenseekraftwerk (1918-24), das Bayernwerk (1924) und die Reichselektrizitätsversorgung (1930).

1903 initiierte M. den Bau des Deutschen Museums. Ein enzyklopädischer Überblick über technische Innovationen wurde in dem von M. erdachten Museumskonzept durch vollfunktionsfähige Originale/Nachbauten realisiert, die per Knopfdruck ihre Funktionsweise demonstrieren.

7. Dörfler, Dr. theol. Peter (1878-1955)

Dichter, katholischer Priester, christlicher Archäologe, Pädagoge
4-1-4 (Station 7)

D. studierte Theologie in München und christliche Archäologie in Rom. Nach seiner Priesterweihe 1903 wurde er als Kaplan, Religionslehrer und Seelsorger tätig. Fast 35 Jahre lang (1915-49) leitete D. das St.-Marien-Ludwig-Ferdinand-Kinderheim in München für verwaiste Kinder.

Als katholischer Volksschriftsteller zählen zu seinen vielgelesenen Werken Erzählungen, Kalendergeschichten und Romane, die sich lebensnah allen Menschheitsfragen zuwandten.

1946 erhielt er den Münchener Literaturpreis; 1953 wurde ihm die Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

8. Betzwieser, Fritz (1929-1993)

Stadtpfarrer von Neuhausen
3-1-8 (Station 8)

1955 empfing B. seine Priesterweihe in Freising. Anschließend war er Kaplan in Herz Jesu (1957-59) und Direktor eines Lehrlings- und Jugendheims (1959-65). Von 1965 an leitete B. die Stadtpfarrei Herz Jesu 28 Jahre lang und machte sie zu einem Zentrum kirchlichen Lebens in Neuhausen.

B. war weitgereist (Russland, Asien) und korrespondierte mit Dietrich Bonhoeffer und Mutter Theresa, die er in Indien besucht hatte. Für seine Zivilcourage wurde er bewundert. Mit Kardinal Ratzinger verkehrte er ebenso wie mit Franz Josef Strauß; zudem traf er sich mit Schriftstellern wie Sigi Sommer und Herbert Rosendorfer.

9. Fuchs, Dr. Friedrich (1890-1948)

Redakteur/Journalist, Literaturwissenschaftler
1-11-7/8 (Station 9)

Nach seinem Staatsexamen für das Höhere Lehramt (1919) wurde F. Privatsekretär des Radiologen und Zentrumspolitikers Professor Friedrich Dessauer in Frankfurt.

Ab 1920 war er Redakteur der katholischen Zeitschrift für Kultur, Literatur und Kunst »Hochland«. 1922 promovierte F. im Fach Byzantinistik an der Universität München bei Professor August Heisenberg (Vater von Werner Heisenberg). F. war mit der Dichterin und Bildhauerin Ruth Schaumann verheiratet. Von ihr stammen auch das Relief dieses Grabmals und die Figuren auf dem Peter-Dörfler-Brunnen.

10. Morena, Erna (1885-1962)

Filmschauspielerin, insbesondere Stummfilmstar
1-11-6 (Station 10)

Parallel zu ihrer Arbeit als Krankenschwester besuchte M. das Max-Reinhardt-Schauspielseminar in Berlin. 1910 erhielt sie ein Engagement am Deutschen Theater in Berlin, 1912 debütierte sie im Stummfilm.

Viele ihrer über 100 Kinofilme, Schauspielerkollegen (z. B. Hans Albers) und Regisseure (z. B. Friedrich Wilhelm Murnau) waren in den 1920er Jahren sehr bekannt.

Ihre Paraderolle, die Verkörperung der auf Gesten reduzierten »Grande Dame« mit markanten Gesichtszügen hatte sich mit Beginn der Tonfilmepoche überlebt. Ab 1938 betrieb sie eine Künstlerpension in München.

11. Keim, Dr. Walter (1911-1981)

Verwaltungsjurist, Leiter der Kunstabteilung im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus
3-4-1b (Station 11)

Als promovierter Rechts- und Staatswissenschaftler strebte er nach seinem Abschluss eine Professur an, die ihm aufgrund seiner Einstellung gegen das politische Regime verwehrt wurde.

Im Oktober 1945 begann K. seine Laufbahn als rechte Hand der ersten Münchener Nachkriegsbürgermeister Dr. Karl Scharnagl und Thomas Wimmer. Als Leiter der Kunstabteilung im Bayerischen Staatsministerium verantwortete K. die Instandsetzung bzw. Neuerrichtung der großen Münchener Theater (Gärtnerplatztheater, Bayerische Staatsoper, Residenztheater) und engagierte sich für die Gründung von Fachhochschulen in Bayern.

12. Manz, Karl von (1893-1974)

Verehrer des seligen Winthir
3-6-2 (Station 12)

Der Oberstleutnant und Sozialgerichtsrat M. stammte aus einer alten bayerischen Offiziersfamilie.

M. beschäftigte sich eingehend mit dem Neuhauser Schutzpatron. 1970 wurde in einer Festschrift zum 800-jährigen Bestehen Neuhausens seine Schrift »Der selige Winthir von München-Neuhausen. Ein bayerischer Volksheiliger« veröffentlicht. Sein darin vertretener theoretischer Ansatz ist nach der heutigen Forschungslage allerdings nicht mehr haltbar. An dem Grabkreuz befindet sich ein Bildnis des seligen Winthir, angelehnt an die »Winthir-Tafel« aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

13. Meier, Georg (1910-1999)

Motorsportler
Mauer rechts Nr. 47 (Station 13)

Nach seiner Lehrzeit als Mechaniker ging M. Anfang der 1930er Jahre zur bayerischen motorisierten Landespolizei nach München, wo sein Talent bei Motorrad-Geländeübungen entdeckt wurde. Ab 1933 verpflichtete ihn seine Polizei-Einheit zu diversen Fahrten und Rennen in einer Dreiermannschaft.

Einige seiner zahlreichen Erfolge und Titel: zwischen 1938 und 1953 wurde er sechsmal Deutscher Motorradmeister (500 ccm) und 1938 Europameister in dieser Klasse. 1939 siegte er als erster Deutscher bei der »Tourist Trophy« auf der Isle of Man, 1949 wurde M. zum Sportler des Jahres gekürt.

14. Kreitmayer, Joseph (1827-1895)

Gastwirt
3-4-7 (Station 14)

K. war 24 Jahre lang bis zu seinem Tod Wirt der Gaststätte »Nymphenburger Garten« in der Nymphenburger Straße 114 und besaß noch weitere Immobilien in dieser Straße. Sein Sohn Max K., Metzgermeister, übernahm die Gaststätte und betrieb sie in den Jahren 1921-1927.

K. ist nicht zu verwechseln mit dem klanggleichen Namensvetter und Namensgeber der Kreittmayrstraße in der Maxvorstadt, diese wurde 1894 nach dem Rechtswissenschaftler und Geheimen Staatskanzler Wiguläus Xaverius Aloysius von Kreittmayr (1705-1790) benannt.

15. Baur, Prof. Karl (1881-1968)

Christlicher Bildhauer
3-6-5 (Station 15)

Während seines Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in München wurde B. in das Atelier von Adolf von Hildebrand aufgenommen, wo er die Möglichkeit erhielt, an Projekten wie dem Prinzregentendenkmal in München oder dem Bismarckdenkmal in Bremen mitzuarbeiten. Für das Studienjahr 1910-11 ging er als Stipendiat nach Florenz und Rom.

Die meisten von B.s Werken lassen sich der christlichen Kunst zuordnen, für den Winthirfriedhof gestaltete er die Figur des seligen Winthir an der Kirchenfassade sowie die Grabtafeln für seinen Freund Peter Dörfler und für das eigene Familiengrab.

16. Rieger, Fritz (1910-1978)

Dirigent, künstlerischer Leiter der Münchner Philharmoniker
5-1-2 (Station 16)

Nach seinem Studium an der Prager Musikakademie war R. Operndirektor am Staatstheater in Bremen (1941-45) und Chefdirigent am Nationaltheater in Mannheim (1947-49).

Die Münchener Philharmoniker kämpften nach 1945 ohne Konzertsaal und mit leeren Kassen des städtischen Arbeitsgebers ums Überleben. R.s lebendiges Einstandskonzert in der provisorisch eingerichteten Aula der Universität übertraf alle Vorstellungen von dem »Wunder«, das man in München herbeisehnte. 18 Jahre lang blieb R. künstlerischer Leiter der Münchner Philharmoniker (1949-67).

17. Stiglmaier, Johann Baptist (1791-1844)

Erzgießer, Bildhauer, Medailleur
7-1-5/6 (Station 17)

Nachdem S. bei einem Münchener Goldschmied das Handwerk erlernt hatte, studierte er ab 1810 an der Münchener Akademie und wurde 1814 Münzgraveur. Von 1819 an ging er für drei Jahre als Stipendiat nach Rom und Neapel, um sich dort in Erzguß weiterzubilden.

Als Inspektor der Königlichen Erzgießerei in München schuf S. ab 1824 Medaillen, Münzen und Erzgüsse: wie z. B. den Obelisk am Karolinenplatz in München (nach Plänen von Leo von Klenze), die Tore an der Münchner Glyptothek und an der Walhalla in Regensburg sowie zwölf vergoldete Figuren der Wittelsbacher in der Münchener Residenz (nach Plänen von Ludwig von Schwanthaler).

18. Simbeck, Joseph (1906-1984)

Vorstandsmitglied der Löwenbräu AG
6-5-1 (Station 18)

Nachdem S. seine Gärtnerlehre aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste, begann er 1923 eine kaufmännische Ausbildung bei der Löwenbräu AG.

In den 1930er Jahren wurde er Sekretär und Vertrauter des damaligen Generaldirektors und organisierte für diesen rechtzeitig vor den Judenpogromen die Flucht in die Schweiz. Als sein uneingeschränkt Bevollmächtigter rettete er auch seinen gesamten Privatbesitz in Deutschland. 1951 wurde er in den vierköpfigen Vorstand der Löwenbräu AG berufen.

In Neuhausen engagierte er sich in der Kirchenverwaltung der Pfarrei Herz Jesu.

19. Müller, Gotthold (1904-1993)

Verleger
Mauer links Nr. 63 (Station 19)

Nach seiner Buchhändlerlehre und fast 10-jähriger beruflicher Wanderschaft, wurde M. 1936-45 Verlagsleiter bei Philipp Reclam jun. in Leipzig. Obgleich Leiter des Betriebs trat M. nicht der NSDAP bei, sondern beteiligte sich vielmehr als Freund Carl Friedrich Goerdelers am Widerstand gegen die Nationalsozialisten.

1947 erhielt M. die Lizenz Nr. 2 für Reclam Leipzig in Stuttgart, und war dort bis zu einem Konflikt mit Ernst Rowohlt (1953) Geschäftsführer. In seinem eigenen Verlag publizierte er als persönliches Anliegen Zeitgeschichte und Judaica.

20. Schmid, Dr. Hans (1909-1975)

Mathematiker, Statistiker
6-3-3 (Station 20)

Als Aushilfe begann S. 1938 seine Laufbahn beim Statistischen Amt der Landeshauptstadt München, 36 Jahre später legte er dort sein Amt als Verwaltungsdirektor nieder. Die von ihm errechneten Zahlen waren für die tägliche Arbeit der Stadtplaner und Kommunalpolitiker von großer Bedeutung: am 1. Mai 1945 hatte sich beispielsweise die Einwohnerzahl Münchens beinahe halbiert, ab 1950 erreichte sie wieder den Vorkriegsstand und wuchs jährlich um 30.000 Personen.

S. war wohnte zeitlebens in der Volkartstrasse in Neuhausen, die Inschrift »Um mich ist Heimat« ist wörtlich zu verstehen.

21. Franke, Günther (1900-1976)

Kunsthändler, Galerist
4-8-5/6 (Station 21)

1923 kam F. nach München und gründete Anfang der 1930er Jahre seine erste eigene Galerie in der Barer-Straße. Bereits während seiner Volontärszeit in Berlin lernte er Künstler wie Max Beckmann, Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel persönlich kennen, so dass er sich in seiner Galerie besonders für die Verbreitung expressionistischer Kunst einsetzte.

Nach 1945 zeigte F. in insgesamt mehr als 400 Ausstellungen die Werke von zeitgenössischen Künstlern. 1974 übereignete F. 29 Gemälde und eine Skulptur Max Beckmanns den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

22. Sommer, Siegfried, genannt Sigi (1914-1996)

Journalist, Schriftsteller, Pseudonym: »Blasius der Spaziergänger«
4-5-5 (Station 22)

14-jährig begann S. eine Lehre zum Elektrotechniker. Nach langer Krankheit und Arbeitslosigkeit schrieb er ab 1937 für die Zeitschriften »Jugend« und den »Simplicissimus«.

Nach 1945 veröffentlichte er Beiträge in der »Süddeutschen Zeitung« als Lokalreporter und Sportberichterstatter, ab 1948 schreibt S. für die neu gegründete »Abendzeitung«, in der 38 Jahre lang (1949-87) seine Kolumne »Blasius der Spaziergänger« erschien. In seinen rund 3.500 Blasius-Kolumen schilderte er als grantelnder Spaziergänger »Blasius« das kleinbürgerliche Münchner Milieu in Münchner Stadtmundart.

23. Norkauer, Fritz (1887-1976)

Architekt
Mauer links Nr. 38 (Station 23: Fritz Norkauers Name befindet sich auf der liegenden Grabplatte unter dieser Wandtafel)

Nach seinem Studium gründete N. zusammen mit Theo Lechner (1883-1975) ein Architekturbüro, das ab den 1920er Jahren für zahlreiche Wettbewerbsbeteiligungen prämiert wurde, z. B. für das Walchenseekraftwerk und den Münchener Flughafen am Oberwiesenfeld. Für München entwickelten sie Wohnungsbauprojekte, wie die GEWOFAG-Siedlung in Neuharlaching.

1930-1936 folgte N. einem Ruf als Lehrstuhlinhaber an der Hochschule für Baukunst in Weimar. Anschließend realisierte er als freischaffender Architekt Werksgebäude, Wohnblöcke an der Prinzregentenstraße sowie städtische Grundschulen.

24. Berndl, Prof. Richard (1875-1955)

Architekt, Innenraumgestalter und städtischer Baurat
Mauer links Nr. 37 (Station 24)

Als Schüler von Friedrich von Thiersch studierte B. bis 1897 an der TH München, ab 1905 erhielt er einen Ruf als Professor an die spätere Hochschule der Bildenden Künste.

Als freier Architekt, Innenraumgestalter und städtischer Baumeister, u. a. bei Hans Grässel, entwarf er Jugendstilgebäude in München-Neuhausen (1905), Wohnhäuser (GEWOFAG-Siedlung Neuramersdorf um 1928) und öffentliche Gebäude, wie das Mozarteum in Salzburg (1910-14) sowie sakrale Bauten. Als 1931 der Turm der Neuhauser Winthirkirche einstürzte, erstellte B. unentgeltlich Pläne für den Wiederaufbau im Jahre 1933.

25. Eisenböck, Johann (1835-1906)

einer der reichsten und angesehensten Bürger Neuhausens
2-8-1/2 (Station 25)

Aufgrund seines umfangreichen Land- und Hausbesitzes in Neuhausen, prägte E. die Entwicklung dieses Stadtteils nachhaltig. Gemeinsam mit einem Brauereibesitzer aus Murnau entwickelte E. einen Plan, seinen Grund städtebaulich als Villenviertel zu erschließen, welches sie 1880 zum 700-jährigen Jubiläum der Herrschaft des Hauses Wittelsbach über Bayern »Neuwittelsbach« nannten.

»Neuwittelsbach« wurde als Neuhauser Villenviertel um 1890 nach München eingemeindet und besaß sogar eine Straße mit Dampftrambahn.

Blick über den Neuhauser Winthirfriedhof