Konfessionelle Bereiche – Russisch-orthodoxe Abteilung

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Ehrengräber Gruppe 32A

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Die russisch-orthodoxe Friedhofskapelle »Zum Heiligen Lazarus«

Der Zentralfriedhof beheimatet neben der russisch-orthodoxen Kirchengemeinde sechs weitere christlich-orthodoxe Begräbnisstätten.

Die über 100-jährige Geschichte der Lazaruskirche geht auf ihre Weihe im 1895 zurück. Nach einer langwierigen Renovierungsphase erstrahlt die charakteristisch geschwungene Dachkonstruktion wieder golden.

Alter jüdischer Friedhof

Impression: Blick über die alten Grabzeichen in der Herbstsonne, die teilweise durch unterirdisches Wurzelwerk in Schieflage gebracht wurden Dieser »Ort der Gräber« an Tor 1 wurde 1877 von der Israelischen Kultusgemeinde erworben. Nach rund 80 000 Beisetzungen verteilt auf ca. 60 000 Grabstätten hatte der alte jüdische Friedhof 1917 seine Grenzen erreicht. Ein neues Areal nahe Tor 5 wird seit 1916 belegt. Vereinzelt finden auch heute noch Beisetzungen auf dem alten jüdischen Friedhof statt.

Dieser Ort ist ein außergewöhnliches Refugium an Ruhe und Naturbelassenheit.
Die Atmosphäre des »Simmeringer Biotops«, wie der Zentralfriedhof auch genannt wird, wird hier im angestammten Lebensraum von Rehen, Hasen oder Hamstern besonders spürbar.

Efeuumrankte Grabmonumente assimilierter Wiener jüdischer Familien um die Jahrhundertwende (um 1900) 1941/1942 wurden alle jüdischen Friedhöfe enteignet, dieser sollte als »Museum« weitergeführt werden. Während der Zeit des Nationalsozialismus’ war der alte jüdische Friedhof die einzige »Parkanlage«, in der sich Juden aufhalten durften.

»Hier liegen Teile von Grabsteinen, die bei mehreren Bombenangriffen während des Zweiten Weltkrieges beschädigt wurden und deren dazu gehörigen Grabstellen nicht mehr eruiert werden konnten.

Israelitische Kultusgemeinde Wien

Wiedererrichtet von der Chewra Kadischa 1991«
Auch dieser Friedhofsteil wurde im Zweiten Weltkrieg von fehlgeleiteten Fliegerbomben zerstört. Viele zersprengte Grabsteine bzw. deren Teile konnten später nicht mehr ihren ursprünglichen Grabstätten zugeordnet werden. Die 1991 zusammengetragenen Teile dieser Grabzeichen sind heute als Erinnerungsmale an mehreren Stellen des Friedhofs zu finden.

Dr. Arthur Schnitzler (1862-1931): Schriftsteller, Arzt

Als Arzt galt sein fachliches Interesse der Hypnose und dem Traum, was er als Schriftsteller auf die psychische Analyse seiner Figuren übertrug.

S.s Dramen und Erzählungen sind geprägt vom Wiener Lebensgefühl um die Jahrhundertwende. Seine Figuren kreisen eigentlich immer um Liebe und Tod, wandeln zwischen Scheinwelten und realer Existenz.

Sein umfangreicher Briefwechsel mit Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt oder Stefan Zweig zeugen von S.s zentraler Stellung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Mahnmal: Zweiter Weltkrieg

»I n M e m o r i a m

Im Bereich der Gruppe 40
sind mehr als tausend
Frauen und Männer beerdigt,
die in der Zeit 1938-1945
von einer unmenschlichen
NS-Justiz zum Tode verurteilt
und im Wiener Landesgericht
oder auf dem Schiessplatz
Kagran hingerichtet wurden.

SIE BLEIBEN UNVERGESSEN

Gewidmet von der Stadt Wien über Initiative der Arbeits-Gemeinschaft der KZ-Verbände und Widerstandskämpfer Österreichs«

Mahnmal: Opfer des 15./16. Juli 1927

Die Vorgeschichte zum Wiener Justizpalastbrand 1927: Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden sog. bewaffnete Parteiarmeen (ausgestattet mit den übrig gebliebenen Waffen des Weltkrieges). Unter diesen bewaffneten Gruppierungen, insbesondere den Schwarzen, Roten und Rechten kam es immer wieder zu Scharmützeln.

Ein von der roten Arbeiterschaft als skandalös empfundenes Justizurteil, das mehrere Angeklagte nach einer nämlichen Schießerei freisprach, war der Auslöser für die sog. Julirevolte, bei der der Wiener Justizpalast von Demonstranten in Brand gesteckt wurde.

Der damalige Polizeipräsident gab Schießbefehl auf die entfesselte Menge, so dass am 15. und am 16. Juli 1927 mehr als 80 Menschen im Kugelhagel der Polizei starben.

Hier ruhen 66 der 84 Todesopfer unter den Demonstranten, die ein Begräbnis von der Stadt Wien erhalten haben.

Die blutige Niederschlagung der Demonstration, die Todesopfer und hunderte Verletzte auf beiden Seiten forderte, führte bei der Wiener Polizei zu einem Überdenken ihrer traditionellen Bewaffnung.

Bereits 1928 wurde eine neue Vorschrift erlassen, nach der die besonders schwere Verletzungen verursachenden Säbel ersetzt wurden durch weniger gefährliche Gummiknüppel, die »unter größtmöglicher Schonung von Menschenleben anzuwenden seien«.

Außenansicht der 2009 fertig gestellten achteckigen Gedenkstätte mit Plexiglasplatten für die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen Diejenigen, die sich zu Lebzeiten für eine Körperspende entschieden haben, werden hier ohne Zeremonie in Sammelurnen in der Erde beigesetzt.

Begräbniskosten: EUR 450,–. In einem jährlichen Gedenkgottesdienst in der Begräbniskirche wird der hier Beigesetzten gedacht.

Der österreichische Architekt Christof Riccabona, unter dessen Federführung bereits mehrere Wiener Friedhöfe gestalterische Erneuerung erfahren haben, wurde mit der Planung einer modernen Erinnerungsstätte beauftragt, die mehr Raum lässt für individuelle Trauerarbeit: auf Wunsch erinnert eine Namensplakette an den Verstorbenen, im Innenraum können Blumenkränze befestigt werden und an den Stellen, an denen die Sammelurnen in die Erde gelassen werden, können Grablichter und frische Blumen niedergelegt werden.

Innenansicht: an den Innenwänden können Blumenkränze befestigt werden Inschrift auf dem gemeinsamen Gedenkstein des Altern Anatomiefriedhofes:

»Dem Andenken jener Männer und Frauen, die nach ihrem Tode dem Studium künftiger Ärzte und damit dem allgemeinen Wohle gedient haben«

Laternenlichter statt Blumen

Der Architekt Christof Riccabona, nach dessen Entwürfen auch der Neue Anatomiefriedhof gestaltet wurde, vermaß die Begräbnisstätte für Lebend -und Todgeburten nach der Lehre der Geomantie und legte sie als »Kraftplatz« an.

»Wiedersehen« (Alte Arkadengrüfte)