Die Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko

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maya Ruinenstadt Palenque Chiapas Mexiko

Besucheradresse: Carretera a Palenque, Zona Archaeologica, 29960 Palenque, Chiapas, Mexiko

Totenrituale in der Maya-Kultur: Konzepte, Riten, Jenseitsvorstellungen & Seelenwanderung

Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko

Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko
Das Zentrum der Macht: der Gouverneurs- oder Königspalast

Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko
Das Zentrum der Macht: der Herrscher- oder Gouverneurspalast

Sehr wenigen, im sozialen Gefüge hochgestellten Menschen war es zu Lebzeiten vorbehalten, in einer Behausung/Pyramide aus Stein zu leben. Das gleiche kann auch über diejenigen gesagt werden, denen es offen stand, nach ihrem Tod Spuren zu hinterlassen in Form einer Erd- oder Urnenbestattung innerhalb von Steinmauern.

Was die Totenrituale selbst angeht, nimmt man hingegen an, dass jedem Maya eine respektable Totenfeier und ein Begräbnis (ohne bleibende Spuren für die Nachwelt – heute würde man von einer anonymen Bestattung sprechen) zu kam.

Auch wenn die Forschung von sechs unterscheidbaren Wohlstandsstufen bei Maya-Bestattungen ausgeht, Speisen und Kakao-Trunk für die Reise ins Jenseits wurden jedem Toten mit auf den Weg gegeben (Becherfunde mit Gravierungen »Frischer Kakao-Trunk für XY« belegen die Annahme). Geschmückt und im besten Gewand trat ein verstorbener Maya seine letzte Reise an.

Das Jenseits erdachte man entweder – je nach geographischer Lage der Maya-Siedlung – als einen Ort unter dem Meeresspiegel (hier ermöglichte eine Bootsfahrt die notwendige Kontaktaufnahme mit den Unterweltgöttern) oder als einen Höhleneingang im bergigen Umland, der durch eine Fußwanderung erreicht wurde.

Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko
Die Rückseite des Königspalasts: mit dem Wachturm und weiteren Nebengebäuden bildetet er architektonisch eine größere Einheit

Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko
Detailansichten aus dem »Innenhof« des Königspalasts

Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko

Begräbnisorte innerhalb der Stadtgrenzen

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Detailansichten aus dem »Innenhof« des Königspalasts

1. Der Tempel der Inschriften: wurde Ende des 7. Jhdt. als Grabmal des wohl bedeutendsten Herrschers von Palenque erbaut

Die Sensation dieses Tempel liegt unterirdisch verborgen:
Der mexikanische Archäologe Alberto Ruz Lhuillier (in Palenque wurde ihm eine Grabstätte gewidmet) machte nach jahrelangen Erkundungen in Palenque eine spektakuläre Entdeckung, die international als als eine der größten Sensationen auf dem Fachgebiet der Archäologie gefeiert wurde:

1952 fand Ruz tief unter dem »Tempel der Inschriften«, die völlig unberührte und unversehrte Begräbnis-Krypta des bedeutendsten Maya-Königs K’inich Janaab Pakal I. (603-683), auch »Pakal der Große«. Seine Regentschaft trat er als 12-Jähriger an und herrschte bis zu seinem Tod.

Um den Treppenabgang zur Königskrypta freizulegen, musste er 400 Tonnen Kalksteingeröll entfernen. Auf der rechten Seite des Abgangs wies ihm eine symbolische Steinschlange den Weg.

Es war die erste völlig unangetastete Königsgrabstätte, die auf dem mittelamerikanischen Kontinent gefunden wurde.

Der Königs-Sarkophag wurde mit einer 24 Meter hohen Tempelanlage überbaut. Die Zugangstreppe zum Sarkophag wurde vorsätzlich mit Geröll aufgefüllt, damit niemand die Totenruhe stört oder gar sein Grab plündert.

Seine Begräbnisstätte wird mitunter als amerikanisches Pendant zu Tutanchamuns (Regierungszeit ca. 1332-1323 v. Chr.) Begräbnis im Altägyptischen Tal der Könige angesehen.

Die Inschriftentafeln, die dem Tempel ihren Namen gaben
Die Pfeiler im Tempelaufbau enthalten hieroglyphische Schriftzeichen, von denen nur noch eine minimale Anzahl erhalten sind und rekonstruiert werden können.

Einer der Inschriftenpfeiler trägt die Zeichen »Tod« und »Gefangennahme«. Es wird angenommen, dass diese sich auf den hier in der Königs-Krypta beigesetzten Maya-Herrscher »Pakal den Großen« beziehen.

Begräbnisorte innerhalb der Stadtgrenzen

Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko

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Im Inneren der teilweise begehbaren Grabkammer der Roten Königin
Die vermutete Verbindung zu König K’inich Janaab Pakals I. könnte weiterhin die räumlich Nähe beider Beisetzungen erklären.

Zudem legen die beiden für die damalige Zeit ungewöhnlichen Beisetzungen in einem Sarkophag, eine Verbindung zwischen den Bestattungen von König K’inich Janaab Pakals I. im Inschriftentempel und Ix Tz’akb’u Ajaw, der Roten Königin im mittleren Tempel XIII nahe.

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Im Inneren der teilweise begehbaren Grabkammer der Roten Königin
Die vermutete Verbindung zu König K’inich Janaab Pakals I. könnte weiterhin die räumlich Nähe beider Beisetzungen erklären.

Zudem legen die beiden für die damalige Zeit ungewöhnlichen Beisetzungen in einem Sarkophag, eine Verbindung zwischen den Bestattungen von König K’inich Janaab Pakals I. im Inschriftentempel und Ix Tz’akb’u Ajaw, der Roten Königin im mittleren Tempel XIII nahe.

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2. Der Tempel der Roten Königin

Wer war die Rote Königin?
Was ist die Identität der weiblichen Maya-Würdenträgerin aus dem Sarkophag in Tempel XIII?

Ähnlichkeiten zwischen der Rekonstruktion der weiblichen Totenmaske, Abbildungen von weiblichen Portraitmalereien sowie die Ergebnisse der Radiocarbonmethode, legten schließlich im Ausschlussverfahren nahe, dass die beiden anderen einflußreichen Frauen, die zunächst ebenfalls in Betracht kamen, König K’inich Janaab Pakals I. Großmutter bzw. König K’inich Janaab Pakals I. Mutter, mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden können.

Ein Großteil der Forscher geht heute davon aus, dass es sich bei der Identität der Roten Königin, um Lady Ix Tz’akb’u Ajaw, Ehegattin von König K’inich Janaab Pakals I. (»Pakal dem Großen«) und Großmutter des letzten Herrschers von Palenque vor seinem Untergang handelt.

Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko

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Im Inneren der teilweise begehbaren Grabkammer der Roten Königin
Die vermutete Verbindung zu König K’inich Janaab Pakals I. könnte weiterhin die räumlich Nähe beider Beisetzungen erklären.

Zudem legen die beiden für die damalige Zeit ungewöhnlichen Beisetzungen in einem Sarkophag, eine Verbindung zwischen den Bestattungen von König K’inich Janaab Pakals I. im Inschriftentempel und Ix Tz’akb’u Ajaw, der Roten Königin im mittleren Tempel XIII nahe.

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Im Inneren der teilweise begehbaren Grabkammer der Roten Königin
Die vermutete Verbindung zu König K’inich Janaab Pakals I. könnte weiterhin die räumlich Nähe beider Beisetzungen erklären.

Zudem legen die beiden für die damalige Zeit ungewöhnlichen Beisetzungen in einem Sarkophag, eine Verbindung zwischen den Bestattungen von König K’inich Janaab Pakals I. im Inschriftentempel und Ix Tz’akb’u Ajaw, der Roten Königin im mittleren Tempel XIII nahe.

Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko

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3. Der Totenkopf-Tempel (»Templo de La Calavera«)

Lediglich ein kleiner Teil eines größeren Stuckreliefs ist heute noch erhalten: die Abbildung eines Totenkopfs, das dem Bauwerk (nicht begehbar) seinen heutigen Namen gegeben hat.

Es wird angenommen, dass das Totenkopf-Relief in engem Zusammenhang mit einem anderen bedeutenden Herrscher Palenques steht: K’inich Kan Bahlam (635-702), genaue Zusammenhänge sind aber (noch) nicht bekannt.

Palenques einzige Begräbnisstätte der Neuzeit (gegenüber des Tempels der Roten Königin)

Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko

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Alberto Ruz Lhuillier (1906-1979): Archäologe, 1950: spektakuläre Entdeckung und Erstöffnung der Grabkammer des Maya-Herrschers K’inich Janaab Pakal I. (»Pakal der Große«) im Tempel der Inschriften
Nach dem Abschluss seiner Studien in den Fächern Wirtschaft und Agrarwissenschaften in Paris und Havanna, emigrierte er 1935 nach Mexiko. Ende der 1940er Jahre wurde zum Direktor der archäologischen Fundstätten im Südosten Mexikos ernannt.

An der Nationaluniversität in Mexiko-Stadt erhielt er einen Lehrauftrag im Fach Archäologie, wo er 1970 das »Centro de Cultura Maya« gründete und eine bedeutende Fachzeitschrift herausgab.

Sein spektakulärstes Vermächtnis ist aber zweifelsohne die Entdeckung und Freilegung des bis dahin unangetasteten Grabmals des Maya-Königs K’inich Janaab Pakal I. (603-683) Anfang der 1950er Jahre. Sie zählt bis heute zu den Sternstunden der Archäologie und bescherte ihm über Nacht Weltruhm.

Begräbnisorte im Dschungel

Maya-Ruinenstadt Palenque, Chiapas, Mexiko

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Impressionen eines weitläufigen Dschungel-Gebiets: Weg zu obiger freigelegter Grabstelle und zur nächsten Maya-Siedlung der Gegenwart (links); Flusslauf (rechts)

Eine Besonderheit in Palenque: erhaltene nach Norden ausgerichtete Grabstätten im Dschungel
Die Freilegung und ersten Restaurierungsschritte der nach Norden ausgerichteten Begräbnisstätten (links) hat gerade erst begonnen.

Nur Menschen, die in ihrer Gemeinschaft als außerordentlich wichtig erachtet wurden, erhielten Begräbnisse in Steinbehausungen. Die überwiegende Mehrzahl der Menschen hinterließ nach ihrem Tod keinerlei Spuren.

Der allergrößte Teil der Steinbauten, und insbesondere der Grabstätten konnte dem Dschungel noch nicht abgetrotzt werden und ähnelt in seinem jetzigen Zustand (rechtes Bild) eher mit Hügeln und Wurzelwerk verwachsenen Einzelsteinen.

Impressionen der architektonischen Vielfalt: Nebentempel, die den Königspalast säumen

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