Der Friedhof in Boldixum (OT Wyk) auf Föhr

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Der Friedhof in Boldixum (OT Wyk) auf Föhr

Die romanisch erbaute St. Nicolai-Kirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts mit gotischen und barocken Erweiterungen

Die ältesten Grabsteine stammen aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und berichten ausführlich über den Lebensweg der Beigesetzten, daher auch die Bezeichnung »Sprechende Steine«.

Impression: Seiteneingang zum einschiffigen Innenraum

Innenansicht: Mittelschiff der St. Nicolai-Kirche verziert mit farbigen Bögen

Diese ursprüngliche Ausmalung aus dem 13. Jahrhundert wurde während Restaurierungsarbeiten in den 1960er Jahren entdeckt und entsprechend des Farbschemas erneuert.

Seefahrerbegräbnisse: – gestern:

Historisches Seefahrer-Begräbnis im 17. Jahrhundert
Das Schiff ist einerseits das Berufszeichen des Seefahrers, anderseits symbolisiert ein abgetakeltes Schiff, dass der Zielhafen erreicht ist. Der Beigesetzte hat nach 85 Jahren das Ziel seiner Lebensfahrt, den ruhigen Hafen erreicht:

»Auf See hab‘ ich gefahren nach Grönlandt viele Jahren hab‘ dabey auch empfunden manch mühevollen Stunden nun ruhet mein Leib hier stille (…)«

– und heute:

Ein historischen Seefahrer-Begräbnissen nachempfundenes Begräbnis aus den 1920er Jahren

Die in Stein gemeißelte Fregatte reist unter vollen Segeln, die symbolisch für die Seele des Christen stehen, die freudig dem friedvollen Hafen zustrebt: »Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält« (Inschrift im oberen Bogen).

Das Motiv der Mühle

»Unser täglich Brot«
Auch die Mühle ist einerseits ein berufsständisches Symbol, anderseits symbolisiert das Weizenkorn das Wort der alten Propheten, aus dem durch Mahlen das Mehl wird, aus dem die Hostie gebacken wird.

»Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.« (Joh. 12, 24)

Das Motiv der Sanduhr

Historische Kindergrabstätte (1727-1730), verziert mit einem immergrünen Lorbeerkranz, der für Unsterblichkeit steht und einer Sanduhr, die die Kürze des Lebens symbolisiert: »3 Jahr 7 Wochen 3 Tage«

Schlussimpression: »Weil du vom Tod erstanden bist. Werd‘ ich im Grabe nicht bleiben«